Das Computerspielemuseum Friedrichshain: Einziges seiner Art in Deutschland

Seit fünf Jahren residiert inzwischen das Computerspielemuseum in Friedrichshain. Bei einem Besuch tauchte auch ich jetzt in die virtuellen Spiele-Welten ein und entdeckte Vertrautes aus meiner Kindheit.

Das Computerspielemuseum ist das einzige seiner Art in Deutschland und wurde bereits 1997 gegründet. 2010 fand der Umzug in die Karl-Marx-Allee statt und lies das Museum mit 86 000 Gästen allein im vergangenen Jahr zu einem wahren Besuchermagneten in Friedrichshain werden: Selbst Apple-Mitbegründer Steve Wozniak fand bereits seinen Weg hierhin. Auf einer Fläche von 550 Quadratmeter werden derzeit rund 300 Ausstellungsstücke präsentiert.

Zweifelsohne sind Computerspiele mittlerweile zu einem festen Bestandteil unserer Alltagskultur geworden, wovon die Dauerausstellung „Homo Ludens Digitalis“ zeugt. Dem interaktiv gestalteten Museum nahe des U-Bahnhofs Weberwiese gelingt es in einzigartiger Weise sich mit mehreren Jahrzehnten bewegter Entwicklungsgeschichte auseinanderzusetzen und dabei Bildungsanspruch mit Spaß am Anfassen und Ausprobieren zu verbinden. So wird hier für jeden etwas geboten - vom begeisterten Spieler über den Fachexperten bis hin zum Nostalgiker, der sich auf eine Zeitreise in die eigene Kindheit begibt.

Neben einem Nachbau des allerersten Computerspielgeräts Nimrod, das auf der Berliner Industrieausstellung von 1951 zu sehen war, sowie vielen weiteren Heimkonsolen und Videospieleautomaten ist auch der legendäre Pong-Automat von 1972 im Original zu bestaunen. Ebenso können zahlreiche Spieleklassiker wie Donkey Kong, Pacman oder Space Invaders in der eigens gestalteten Spielhalle oder den Räumen mit Retrolook neu entdeckt werden. Darüber hinaus verfügt das Museum über diverse Kunstwerke und Kuriositäten: Mutige (und zudem volljährige) Besucher können sich beispielsweise an der PainStation ausprobieren, welche im Falle eines Sieges die Hand des Gegenspieler mit Hitze, Elektrostößen oder aber
Peitschenhieben malträtiert. Auch findet eine Auseinandersetzung mit der Spielekultur in Ost- und Westdeutschland während der deutschen Teilung statt: So wird u.a. mit dem Poly-Play der erste und einzige Videospielautomat der DDR präsentiert.

Am Ende meines Besuchs übergab ich dem Kurator des Museums, Andreas Lange, der mich durch die Ausstellungsräume geführt hat, eine echte Rarität aus dem SPD Europawahlkampf von 1994: ein Computerspiel mit dem Titel „Abenteuer Europa: Fred Beck jagt Hardy Krunk“ (auf zwei Disketten!). Hierbei handelt es sich um ein politisch orientiertes Rätsel- und Adventurespiel (3.5“ Disketten; für PC/DOS) mit Bildungsanspruch in 2.5D-Optik. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Frankfurter Journalist Fred Beck, welcher quer durch ein Europa ohne Grenzen der Organisierten Kriminalität nachstellt. Neben den Ausstellungsstücken hat das Museum inzwischen nämlich eine Sammlung von rund 25 000 Originalspielen in seinem Bestand.

Kurzum: Ein Besuch im Computerspielemuseum ist absolut empfehlenswert!

Computerspielemuseum
10243 Berlin
Karl-Marx-Allee 93a
(Nahe U-Bf. Weberwiese)

Zur Webseite des Computerspielemuseums

 

Das Wahlkampfspiel kann über den Download-Link unten heruntergeladen werden
(Keine Gewähr und Haftung. Das Spiel läuft nur auf Windows-Systemen im 32-Bit-Modus)

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